Neuer Bau neben altem Tor

Ostsee Zeitung | 16.11.2007

Stadthafen. Das Mönchentor am Stadthafen bekommt derzeit einen Nachbarn. Schon am 15. Dezember 2007 sollen die ersten Mieter in das Bürohaus einziehen.

Investoren sind Christian Clausen und Susanne Gatzka in GbR, die fast eine Million Euro einsetzen. Mit dem Gebäude realisieren sie ihr erstes eigenes Objekt. „Zwei Etagen sind bereits vermietet“, sagte Alexander Gatzka. Es werde das Ingenieurbüro W2E einziehen, das Windkraftanlagen entwickelt.

Noch zu haben sei das Atelier mit 135 Quadratmetern Nutzfläche und großer Dachterrasse, deren Hauptteil nach hinten zur sonnigen und ruhigeren Rückseite liege. Das Atelier soll rund 270 000 Euro kosten. Für den Rest des Gebäudes bleiben die Investoren Eigentümer und vermieten die Büroflächen. Das Haus besitzt eine Parkebene im Untergeschoss und einen Fahrstuhl. Zurzeit würden die Trockenbauarbeiten ausgeführt, sagte Alexander Gatzka. „Heizung, Sanitär- und Elektroanlagen werden installiert. Die Maler sind auch schon tätig“, beschreibt er das Baugeschehen an der L 22. Beteiligte Firmen seien u.a. Schlingmann aus Neu Schloen (Rohbau), Haustechnik Zimmertechnik aus Rostock (Heizung/Sanitär) und Farbenspiel aus Rostock (Malerarbeiten).

Die Wendeltreppe seitlich am historischen Tor wurde abgebaut. Sie soll in der nächsten Woche durch eine schmalere Eisentreppe ersetzt werden.

Das Mönchentor wurde im 16. Jahrhundert im Renaissance-Stil erbaut. Eine frühe Darstellung befindet sich auf der Vicke-Schorler-Rolle von 1586. Zwanzig Jahre später wurde ein neues Tor nach den Plänen des Universitätsprofessors Schadelock in seiner heutigen, klassizistischen Gestalt auf dem Fundament des alten errichtet. Es erhielt Pilaster, also verzierte Säulen, und krönend eine Empire-Vase.

Das Tor ist, im Gegensatz zur völlig zerstörten Großen Mönchenstraße, im Zweiten Weltkrieg nicht von Bomben getroffen worden und wurde 1990/92 renoviert. Zuletzt nutzte der Kunstverein zu Rostock das Gebäude, der sich 1992 neu gegründet hat und seit 1994 im Tor seine Heimstatt fand. Derzeit logiert der Kunstverein, der sich mit attraktiven Ausstellungen ins Kulturleben einbringt, wegen der Bauarbeiten im Schleswig-Holstein-Haus.

BAHE

KontaktImpressum